Rallye: ADAC Rallye Niedersachsen  von Heiko Schmitt
Klaus Osterhaus gewinnt Hitzeschlacht in Niedersachsen
Dienstag - Juli - 06.07.2010 - 09:59:57 Uhr
Nach Sulingen gewann HJS-Sportchef Klaus Osterhaus (Unna) auch die ADAC Rallye Niedersachsen (02.-03.07.2010) und ist damit der erste Pilot, der 2010 zwei Läufe zu den ADAC Rallye Masters für sich entscheiden konnte.

Mit Co-Pilot Uwe-Arthur Mausbeck (Bergisch-Gladbach) lag Klaus Osterhaus bei tropischer Hitze im Mitsubishi Lancer Evo 9 auf der Zielrampe in Osterode am Harz vor dem amtierenden ADAC Rallye Meister Carsten Alexy (Rotenburg/Fulda), bei dem Ehefrau Michaela auf dem bei Außentemperaturen von bis zu 36 Grad im wahrsten Sinne des Wortes ‚heißen’ Sitz saß. Platz drei belegten die Brüder Markus und Thomas Schmidtmeister (Niddatal / Laubach) im BMW E30.



Mit dem fünften Divisionssieg in Folge verteidigten Nils Heitmann / Daniel Hammerich (Hamburg / Gettorf) im VW Polo GTI ihre Führung in den ADAC Rallye Masters mit nun 100 Punkten. Doch die Verfolger rücken auf: Achim Behrens / Dirk Schnelle (Jesteburg / Bad Salzuflen) liegen im Renault Clio mit 88 Zählern nun einen Punkt vor Thomas Wallenwein / Tanja Neidhöfer (Stuttgart / Elz) im Subaru Impreza Autogas. Mit sieben Bestzeiten auf den ersten sieben Prüfungen machten Jan Becker / Klaus Wicha (Hamburg / Bad Hersfeld) schnell deutlich, dass der Sieg auf den Asphalt-Prüfungen rund um Osterode am Harz nur über sie gehen sollte. Doch ein Ölverlust am Subaru Impreza WRX am Start der achten Prüfung zwang zur Aufgabe.

Viele Favoriten waren zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr dabei. Toni Werner, der ADAC Rallye-Meister von 2007, musste seinen Porsche 911 GT3 schon in der ersten Prüfung wegen Motor-Überhitzung abstellen. Bremsprobleme am VW Golf Kit-Car in der Auftaktprüfung zwangen Guido Imhoff zur Aufgabe. Ein heftiger Abflug in der zweiten Prüfung, den bis auf den Mitsubishi Lancer alle schadlos überstanden, beendete die Fahrt von Ralf Wierwille.

Nach dem Ausfall von Becker übernahm Osterhaus die Führung und lies alle weiteren Bestzeiten auf sein Konto buchen. "Ein toller Erfolg“, strahlte Osterhaus im Ziel. "Wir sind die Rallye sehr zügig angegangen, nach einem Highspeed-Dreher bin ich dann nur noch solide durchgefahren“, beschrieb er seine schnelle Fahrt. Und er war einer der wenigen, die nicht über die hohen Temperaturen klagte: "die Hitze macht mir nichts aus, ich hasse die Kälte.“

Temperaturprobleme, nicht nur am Audi S2 bestimmten die Fahrt von Carsten Alexy "wir haben das Auto und uns eingeteilt. Platz zwei ist deutlich mehr, als wir uns erträumt hatten, jetzt lohnt sich auch wieder der Blick auf die Masters-Tabelle.“ In der Zwischenwertung schob sich der Nordhesse in Schlagdistanz zur Spitze auf den vierten Platz.

Die Division 2, für die ‚bärenstarken Hecktriebler’ hatte nach dem Ausfall von Toni Werner im 911er der Däne Johnny Pedersen im BMW M3 im Griff. Getriebe- und Kupplungsprobleme ließen ihn gegen Ende hinter die Gebrüder Schmidtmeister zurückfallen. Nach zwei Ausfällen durch Bremsprobleme konnte Timo Grätsch im BMW M3 endlich wieder befreit auffahren, "wir haben das Problem im Griff und wieder Vertrauen zum Auto.“ Altmeister Heinz-Walter Schewe beschrieb die Fahrt im 911 GT3 auf den achten Gesamtrang mit, "da musst du unheimlich viel trinken, im Auto ist es um die 80 Grad warm, wie in der Sauna - nur mit Fahreranzug.“

Das Gefühl auf ‚Wolke 7’ zu schweben können die Hanseaten Nils Heitmann / Daniel Hammerich weiter genießen: "Das war heute bei den Temperaturen ein hartes Stück Arbeit, aber jetzt überwiegt die Freude. Die anderen haben zwar durch die Zusatzpunkte kräftig aufgeholt, aber wir dürfen uns bis zum nächsten Lauf in Baden-Württemberg mindestens drei weitere Wochen über die Masters-Führung freuen.“

Einen starken Auftritt bot der amtierende ADAC Rallye Junior Cup-Champion Christian Riedemann (Sulingen). Beim Test für die nächste WM-Runde in Finnland fuhr er seinen Ford Fiesta R2 mit Co-Pilotin Josefine Corinn Beinke auf den vierten (!) Gesamtrang. "Bei den schnellen Prüfungen hatte ich nicht erwartet, das wir mit unserem kleinen Fiesta so weit nach vorne fahren können“, erklärte der 24-jährige, fügte aber schnell hinzu, "so kann es aber
gerne weitergehen.“


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